Die Deutsche Post meldet bei ihrem Prestige-Projekt "E-Post-Brief" (sichere, kostenpflichtige E-Mail) einen Erfolg "deutlich über Plan". Diese erste Bilanz des am 14. Juli gestarteten Projektes zieht der zuständige Konzernmanager Georg Rau im Gespräch mit unserer Zeitung. Seit Start des E-Post-Briefes, dessen Versand 55 Cent kostet, hätte sich die Zahl der mit dem E-Brief arbeitenden Geschäftskunden von 50 auf mehr als 100 verdoppelt. So kamen seitdem die Hannoversche Leben, die Itzehoer Versicherung, die VHV Versicherungen oder Lindt & Sprüngli hinzu.
Nachdem wenige Tage nach Start 250 000 Bürger sich für eine der sicheren Mail-Adressen angemeldet hatten, sei die Zahl extrem gestiegen. "Es läuft gut, ja sehr gut." Noch wichtiger: Jeder zweite Anmelder gehe nach der unverbindlichen Anmeldung auch zum Postamt, um sich dann per Post-Ident-Verfahren persönlich registrieren zu können. "Das ist eine verdammt gute Quote", sagt Rau. Dabei will die Post rund um den E-Brief völlig neue Geschäfte aufbauen "Mit dem E-Post-Brief kann die Identität hundertprozentig sicher im Internet geprüft werden. Damit sind ganz neue Dienstleistungen möglich. Das können Befragungen oder Abstimmungen unter Aktionären sein, es kann das Bezahlen sein, oder auch im Rahmen von Mitfahr- und Mitwohnzentralen die Vermittlung von Interessenten", so Rau. Die Post plant die Expansion des E-Post-Briefes ins Ausland.
Das Projekt soll bis zum Jahr 2015 Investitionen von 500 Millionen Euro verschlingen, ein Teil soll durch den Verkauf des Know-hows ins Ausland verdient werden. Das soll auf ähnliche Weise funktionieren wie bei Softwarekonzernen, die Gebühren für die Nutzung ihres Know-hows von Geschäftskunden bekommen. Rau selbst hat solche Geschäfte bei SAP mitaufgebaut.
VON REINHARD KOWALEWSKY
Quelle: Rheinische Post am 06. September 2010
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Wer mutig ist wagt sich an Dinge heran, die sonst keiner tun möchte.